Zeittafel

Um 1800 bot Basel nach aussen wie im Innern im Wesentlichen noch das Bild, das Matthäus Merian d.Ä. überliefert hat. Stadtmauern und Tore wurden erst und hauptsächlich durch die Eisenbahn zu Fall gebracht; die Umgestaltung und die Korrektion der inneren Stadt ist durch höhere Verkehrsbelastung nötig gewordene Neubauten, durch die Zunahme der Bevölkerung sowie durch sanitäre Massnahmen als Folge von Epidemien veranlasst worden. Ratsherr Karl Sarasin hat zusammen mit J.J. Stehlin d.J. zielbewusst und weitblickend die neuzeitliche Umgestaltung der damals noch mauerumschlossenen Stadt durchgesetzt. Weil dabei oft rücksichtslos gegen Besitzer, Bauherren und Baumeister vorgegangen werden musste, erfand der Volkswitz den Reim: "Behüt' und Herr in gnäd'gem Sinn, vor Stehlin und vor Sarasin".

Im Folgenden eine chronologische Auflistung (nach: C.H. Baer, 1931: 169-173) der grossen Veränderungen seit 1800. Die Links führen jeweils zum entsprechenden Beitrag.

  • 1805 im August erfolgt die Strassenkorrektion zu St. Johann, der die Kirchhofmauern bei der Predigerkirche mit dem Grossbasler Totentanz geopfert werden.
  • 1806 wird der Thomasturm abgetragen.
  • 1821 werden der Eselsturm und der Wasserturm mit Nebengebäuden niedergerissen.
  • 1838 wird der Spalenschwibbogen abgerissen.
  • 1839 - 1840 wird das Rheintor abgebrochen mit den anstossenden Gebäulichkeiten, dem sogenannten Neubau und der Schiffsleutenzunft. Die Eisengasse wird erweitert, die hölzernen Verkaufsbuden auf der Rheinbrücke verschwinden.
  • 1841 wird der Aeschenschwibbogen mit der angebauten Staatsschreiberwohnung niedergerissen. Damit ist die innere Stadt nach Kleinbasel und den grösseren Vorstädten hin geöffnet.
  • 1840 - 1847 soll der neue Bahnhof von den Befestigunganlagen umfasst werden. Das entscheidet eine besondere Eisenbahnkommission. Infolgedessen werden vom Hohen Wall (heute Bernoullianum) bis zum St. Johanntor neue Befestigungsmauern angelegt. Am 11. Dezember 1845 wird der Bahnhof dem Verkehr übergeben, und 1847 werden die neuen Befestigungen behördlich genehmigt.
  • 1851 werden zur Erweiterung des Zollbezirks auf dem Lysbüchel, bei Burgfelden, beim Horn und bei der Wiesenbrücke neue Zollhäuser erbaut, bei denen der bisher an den Toren und im Kaufhaus erhobene Zoll eringezogen wird.
  • 1851 - 1852 wird eine Korrektion der St. Albanvorstadt beim ehemaligen Brigittator durchgeführt und 1853 die untere Freie Strasse erweitert.
  • 1854 - 1857
  • 1855 - 1856 wird infolge der Cholera-Epidemie eine 'Kommission zur Prüfung und Begutachtung der Vorschläge des Generalberichts für Hebung bestehender Übelstände' und ein 'Sanitätsausschuss' gebildet. Von da an beginnt die allmähliche Sanierung der Stadt.
  • 1856 werden die Torsperren aufgehoben, 'in Betracht der stets wachsenden Bevölkerung vor den Toren und des gesteigerten Verkehrs zwischen dem Inneren der Stadt und dem Stadtbann'.
  • 1858 werden infolge der Bahnhofbauten der Stadtgraben zwischen Aeschen- und Steinentor aufgefüllt und das Aeschenbollwerk beseitigt. Auch am Ausgang der heutigen Leonhardsstrasse wird die Stadtmauer durchbrochen und der Graben überbrückt. Ausserdem finden Korrektionen hinter der Rümelinsmühle und an der Küttelgasse, dem heutigen Münzgässlein, statt. Im gleichen Jahr wird in Kleinbasel das Obere Rheintor abgerissen.
  • 1859 am 27. Juni wird das 'Gesetz über die Erweiterung der Stadt' erlassen, dessen §4 lautet: 'Zur Herstellung angemessener Verbindungen zwischen den äusseren neuen Quartieren und der inneren Stadt durch Strassen und öffentliche Plätze ist der Kleine Rat ermächtigt, da, wo es das Bedürfnis erheischt und die Verhältnisse es passend erscheinen lassen, die Stadtgräben je nach seinem... Ausdrücklich davon ausgenommen sind: die neuen Befestigungen beim französischen Bahnhof, der Hohe Wall, die Bastionen zu St. Leonhard und bei St. Elisabethen sowie die St. Albanschanze. Damit ist die Möglichkeit geschaffen, die Stadt nach allen Richtungen zu erweitern und den Gürtel von Mauern, Gräben, Schanzen und Bastionen durch die Parkanlagen zu ersetzen, die für alle Zeiten eine Zierde der Stadt Basel sind.
  • 1859 wird die Güterstrasse angelegt und das Nauengässchen verbreitert; die 'Klara-Barrière' wird beseitigt und die Stadtmauer hinter dem Klarahof abgetragen.
  • 1859 - 1860 erfolgen die Korrektionen der Elisabethenvorstadt und des Klosterbergs, der Münchensteinerstrasse, des Klingelbergs und der Mittleren Strasse.
  • 1960 am 15. Juni wird die Verbindungsbahn dem Verkehr übergeben. Der Bahnhof zu St. Johann wird aufgehoben und die Endstation der Strassburger Bahn in den neuen Centralbahnhof verlegt.
  • 1861 fällt das Aeschen- und das Leimentor sowie die Mauern bei St. Alban.
  • 1863 am 2. November beschliesst der Grosse Rat über die Beteiligungspflicht der Anwänder an der Beseitigung der Stadtmaurn in der Kleinen Stadt.
  • 1864 wird das Riehentor abgebrochen sowie die Mauer zwischen Rhein und Bläsitor.
  • 1865 - 1866 werden die Mauern beim Einfluss des Birsig in die Stadt geschleift.
  • 1866 im Sommer schafft Hofgartendirektor C. von Effner aus München, den Ratsherr Karl Sarasin berufen hat, die grundlegenden Pläne für eine allmähliche Umgestaltung der Gräben und Wälle in öffentliche Promenaden und Parkanlagen.
  • 1866 - 1867 werden das Steinentor und das Bläsitor im Kleinbasel mit den anstossenden Werken abgebrochen.
  • 1867 - 1869 wird der Stadtgraben beim Petersplatz ausgefüllt und das Fröschenbollwerk wird abgetragen.
  • 1869 wird die St. Albanschanze, von der ein Teil bereits 1864 abgetragen worden ist, zur Parkanlage umgestaltet. Im Dezember des nächsten Jahres wird die Korrektion der Umgebung des St. Albantores beschlossen.
  • 1869 - 1875 fällt der Hohe Wall.
  • 1873 wird der St. Johannsschwibbogen abgerissen.
  • 1874 - 1877 wird die Petersschanze und die Schanze beim St. Johanntor abgetragen.
  • 1877 fällt der Isteinerturm in Kleinbasel.
  • 1878 fällt der St. Albanschwibbogen.
  • 1890 im April werden die Häuser an der Nordseite des Marktplatzes bis zur Stadthausgasse (zwischen School und Brotlaube) abgebrochen. Die Sporengasse geht dadurch völlig verloren.

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