Haus zum Harzgraben

Auf dem Löffelplan erkennt man, wie der barocke Bau den St. Albangraben bis zum Harzgraben flankiert und den Eingang zur St. Albanvorstadt markiert.

Das Haus Alban-Graben 22 (Erziehungsdepartement, früher St. Alban-Vorstadt 1) wurde in den 1830er Jahren als Wohnsitz für den Bandfabrikanten Dietrich Forcart-Merian (1770-1860) erstellt. Die Empire-Formen in der Eingangshalle erinnern noch an diese Zeit. Der Architekt war kein geringerer als Achilles Huber, der beispielsweise das Blömleintheater nach Entwürfen von Melchior Berri erbaute oder den Reichensteinerhof am Rheinsprung 16. Die Liegenschaft kam dann durch Erbschaft in den Besitz der Familie Burckhardt (Burckhardt-Preiswerk, Passavant-Bachofen und Burckhardt-Passavant). Ende 1913 wurden die Gebäulichkeiten, denen die Bezeichnung „am Harzgraben“ beigelegt wurde, vom Staat für die Zwecke des Erziehungsdepartements erworben, um eine Zentralisierung des Departements zu erwirken. Die volle Funktion des Departements wurde erst durch den Ankauf des langen, niedrigeren Anbaus gegen den Rhein hin ermöglicht. In ihm untersuchte beispielsweise der Schularzt die kleinen Binggis, was er zuvor im "kleinen Rollerhof" getan hatte. Die Liegenschaft musste 1938 infolge der Verbreiterung der Wettsteinbrücke zur besseren Gestaltung des Brückenkopfes abgebrochen werden.

Die starke Symmetrie des Baus wird im niedrigen Anbau gegen den Rhein hin wiederaufgenommen.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, NEG A 3219
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Es war ein stattlicher und gut erhaltener Barockbau mit einer strengen Symmetrie, die auf der Harzgrabenseite durch ein feines dreiachsiges Risalit, die Eingangstüre mit ausschweifender Treppe und einem überdachenden Giebel betont wurde. Auch der niedrige Anbau war mittig betont und verfügte über eine grosse Dachterrasse. Ansonsten gab es nicht viel barocken Schmuck und Verzierung. Die Stockwerke waren allesamt von gleicher Höhe, lediglich die Bekrönung über den Fenstern des ersten Stockwerks bestimmten dieses als Hauptstockwerk. Es war demnach ein schöner Bau, der Pickel und Bohrer zum Opfer fiel, und sicherlich verbanden viele Basler und Baslerinnen wehmütige Erinnerungen mit jener Liegenschaft, wohin sie als „Knorzi“ ihre kleinen Schritte lenken mussten, um für die Schule angemeldet zu werden. Solche Erinnerungen bleiben haften und in diesem Augenblick entsann sich vielleicht mancher wieder kleiner, seither gänzlich entschwundener Details in jenem Bau.