Rappengässlein

Der Löffelplan zeigt deutlich, dass das Rappengässlein als Teil der Aeschenvorstadt zählte und dazu diente, die Häuser 27-33 zu erschliessen.

Dieses Gässlein reiht sich in die Kategorie der zahllosen unbekannten und verschwundenen Gässlein des alten Basel. Es gehörte zur Aeschenvorstadt und zweigte auf der Höhe vom Haus "zum Tellsbrunnen" (Nr. 25) ab. Es war ein schmaler, teilweise offener, teilweise überdeckter Gehweg, der zur Erschliessung der Hinterhäuser diente, wie dies bei der sich allmählich verdichtenden Überbauung notwendig wurde. Schöne, noch erhaltene Beispiele für solche Erschliessungswege finden sich heute noch im "Andreasgässlein", das die hinteren Partien am Hangfuss bei der Schneidergasse zugänglich macht, oder im Haus "Zur Gens" am Spalenberg 2.

Links: Blick ins dunkle Rappengässlein, das die Hinterhäuser der Aeschenvorstadt erschloss. Rechts: Das "Andreasgässlein" zeigt, wie auch heute noch Erschliessungswege nötig sind.
Quelle: Matt 2003: 11
Quelle: Matt 2003: 11

Die Hauseingänge, die hinten im dunklen Rappengässlein lagen, trugen die Adresse Aeschenvorstadt 27-31 (links) und Aeschenvorstadt 33 (rechts), ein Zeichen dafür, dass die Gasse tatsächlich eines jener "Hausgässlein" oder Erschliessungswege war. Der Name des Gässleins weist auf den alten Gasthof "zum Rappen" hin, auf dessen Platz in den Jahren 1763 bis 1768 das spätbarocke Haus "zum Raben" entstanden ist. Das Rappengässlein gehörte zu den "unreinsten und schmutzigsten unserer Stadt" und verschwand zusammen mit der Liegenschaft "zum Tellsbrunnen" zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

Quellen:

  • Matt 2003: 11
  • Meier 1968: 72

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