Anonyme Dichter

By Liecht (1853)

Do liege neii Biecher uf em Tisch,
Und d’Lampe brennt – i soll e wenig läse,
Händ d’Tante gsait, i haig e gueti Stimm,
Und gegeniber sitzt das liebsti Wäse!

Es strickt und strickt, i aber lis und lis,
Und dusse schneit’s; die baide Tante gähne
Und schlofen y, und wien i ibrelug,
So gsehn i in de schenen Auge Träne.

Nit vo der Gschicht, vo der i gläse ha,
Es het en andre Grund, und tiefer lyt er.
Ganz still isch’s gsi, nur ’s Ticktack vo der Uhr
Und ’s klopfed Härz – bis dass es sait: Lis wyter!

I stackle wyter - ’s het der Muet nit gha,
Mi rede z’losse, I bi folgsam blibe.
Bald druf schloht’s langsam achti, und das het
D’Tante gweckt, si händ sich d’Auge gribe

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