Grossbasler Wasserläufe

"Der Birsigbach dringt von Südwesten kommend nordwestlich des ehemaligen Steinentors in den alten äusseren Stadtbezirk ein und fliesst, unüberdeckt nordwärts geleitet, beim Eseltürlein und Wasserturm in der Senke zwischen Kohlenberg und Steinenberg in die innere Stadt. Von dort zieht er zunächst noch nordwärts, dann leicht nach Westen abbiegend, teils offen, teils überdeckt und überbrückt, unter Barfüsserplatz (Säumarkt), Falknerstrasse und Marktplatz (Kornmarkt) zum Fischmarkt, um hier scharf nach Nordosten abzuschwenken und beim ehemaligen Salzturm, nordwestlich der Schifflände, in den Rhein zu münden."

So beschreibt Baer 1932 den Verlauf des Birsigbachs, und wie wir wissen, hat sich diesbezüglich einiges geändert. Der Bach verläuft von der Heuwaage an bis zu seinem Eintritt in den Rhein komplett unterirdisch. Zwar wurde von grüner und grünliberaler Seite mehrfach gefordert, den Birsig im Bereich Steinenvorstadt/Steinentorstrasse freizulegen, doch dies ist bisher vom Rat aus finanziellen Gründen abgelehnt worden.

Von den beiden Gewerbekanälen Grossbasels wird der Rümelinbach (auch oberer Birsig, kleine Birsig oder Steinenbach genannt) in Binningen mittelst eines Stauwehrs, früher "Binningerschutz" genannt, vom Birsig abgezweigt und tritt bei der Steinenschanze oberhalb des Birsigeinlasses in die alte Steinenvorstadt ein. Er floss am Fuss des hier steil abfallenden linken Birsigtalrands im Verlauf des heutigen Steinenbachgässleins und des Gerbergässleins bis zum Grünpfahlgässlein und von dort über den Rümelinsplatz durch das Münzgässlein und einen Teil der Schneidergasse. Beim "Gifthüttli" bog er rechtwinklig ab und ergoss sich, unter den Häusern (von der Hutgasse aus in zwei Armen) durchgeführt, bei der ehemaligen School unterhalb des Wurstwinkels in den Birsigbach. Der Kanal, der den verschiedensten Gewerbetreibenden, vor allem den Gerbern, Müllern und Metzgern diente, lag im Steinenbachgässlein und im Münzgässlein offen und überquerte den Graben am Kohlenberg zunächst oberirdisch durch einen "Wasserkar", später unterirdisch in gemauertem Durchlass (vgl. Merianscher Stadtplan von 1615/1617).

Der St. Albanteich, der "Beim Wasserhaus" südlich der "Neuen Welt" vom Birsfluss abzweigt, zieht über St. Jakob nördlich, biegt dann, immer ungefähr parallel zur Birs, nach Westen und durchbricht unterhalb des St. Albantors die äussere Stadtmauer. Unmittelbar danach teilt er sich im St. Albantal in zwei Arme, die sich beide in nordwärts gerichtetem Bogen östlich der St. Albankirche in den Rhein ergiessen. Sie dienten der Holzzufuhr und trieben Mühlen, seit 1440 auch Papierfabriken.

Ausser diesen Gewerbekanälen floss noch der Abfluss des Teichelweihers (so genannt, weil auf seinem Wasserspiegel die hölzernen Leitungsrohre (= Teuchel) für das städtische Brunnennetz lagerten), eines vom Dorenbach, dem Ablauf des Allschwiler Weihers, gespeisten städtischen Fischweihers nordöstlich des heutigen Schützenhauses, beim Fröschenbollwerk in die Stadt und als offenes Bächlein durch den unteren Teil der Schützenmattstrasse (Fröschgasse) und die Spalenvorstadt.

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