Schneider, Johann Jakob

Der in Basel geborene Johann Jakob Schneider (1820-1889) war ausgebildeter Dessinateur, arbeitete in verschiedenen Firmen, bis er 1868 an der Rebgasse eine Tapetenhandlung eröffnete. 1856 begann er, architektonische Ansichten der Stadt zu skizzieren und anschliessend - vielfach sogar in mehreren Varianten - in Aquarellblätter umzusetzen, mit dem Ziel, die Stadt Basel "naturgetreu" darzustellen und zu dokumentieren. Schneiders Bilder werden heute in die Tradition von Stadtansichten gestellt, wie wir sie von Matthäus Merian im 17. und Emanuel Büchel im 18. Jahrhundert kennen. Johann Jakob Schneider kann als letzter Vertreter dieses im 19. Jahrhundert verbreiteten Genres angesehen werden, der die Strassen und Plätze noch vor den grossen baulichen Veränderungen der 1860er Jahre im Bild festhielt, zu einem Zeitpunkt also, da die Fotografie bereits ihren Einzug hielt und bald die biedermeierliche Art der Schneiderschen Stadtansichten verdrängte. 1884 bot er der Stadt einen Teil der Aquarelle aus seinem Werk, das in knapp 30 Jahren einen stattlichen Umfang angenommen hatte, zum Kauf an. Seine Bilder dokumentieren in erster Linie das "alte" Basel, das heisst: das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts "verschwindende" Basel.

Schneiders Bildern wurde rasch die Bedeutung historischer Bildquellen zugeschrieben, obwohl es sich zum Teil um stark idealisierende Darstellungen handelt. So fällt auf, dass sich unter seiner Hand selbst die ‘Kloake Basels’, der offene Birsig mit den rückwärtigen Ansichten der Häuser und den dazugehörigen Abtritten, zu einem nostalgischen Sehnsuchtsobjekt verwandelt. Trotzdem besitzen Schneiders Bilder der ‘alten’ Stadt zum Teil hohen dokumentarischen Wert, der allerdings jeweils im Vergleich mit Plänen, Fotografien und schriftlichen Quellen kritisch erschlossen werden muss.

Die 248 im Staatsarchiv als Sammlung Schneider aufbewahrten Aquarelle von Johann Jakob Schneider wurden zwischen 1884 und 1888 auf Anraten des damaligen Staatsarchivars Rudolf Wackernagel vom Basler Regierungsrat zum Preis von Fr. 6’785.-- erworben und dem Staatsarchiv zur Verwahrung übergeben. Mit dieser Erwerbung und der Übergabe an das Staatsarchiv wurde quasi der Grundstock zu einem Bilderarchiv gelegt. Für das vorliegende Projekt sind seine Bilder von grossem Wert.

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