Gasthof zum Schiff

Gasthof zum Schiff
Ansicht des ehemaligen Gasthofs zum Schiff vom Barfüssersteg her nach dem Umbau von 1861. Die Mauer links versperrte den Blick in das Birsigbett. Rechts die Streitgasse vor ihrer Verbreiterung.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 2-86-1
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Am Anfang des 14. Jahrhunderts werden neben dem Barfüssersteg (der kleinen Brücke über den Birsig) drei Häuser genannt, die mehrmals getrennt, vereinigt, ganz oder teilweise verliehen wurden. Die zwei direkt am Fluss stehenden Häuser wurden 1318 "zum Birsegk" und "Lörrach" genannt, an der Ecke zur Weissen Gasse stand das seit 1329 überlieferte Haus "zur Goldenen Waage". Zwischen 1508 und 1525 erwarb der Drucker Adam Petri alle drei Hofstätten, zusammen mit drei weiteren Liegenschaften an der Weissen Gasse, doch wurden sie von seinen Erben erneut aufgeteilt und einzeln verkauft. Besitzer der Häuser Lörrach und Birseck war 1582/1604 Johann Schwegler, der hier die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts bestehende Gastwirtschaft zum Schiff gründete. 1723 wurde die Liegenschaft in der Weissen Gasse dem Gasthof zugeschlagen.

Gasthoft zum Schiff
Das "Hôtel du Vaisseau" nach dem Neubau von 1873, bevor es 1889 umbenannt wurde.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 5-21-2
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Das Eckhaus an der Weissen Gasse liess der Wirt Rudolf Ritter 1861 viergeschossig und mit einer zweiachsigen Fassade zum Barfüsserplatz hin neu aufrichten. Nur ein paar Jahre später, 1873, wurde der alte Gasthof unter Einbezug dieses Gebäudes durch einen prächtigen Neubau ersetzt. Die neunachsige Fassade zum Barfüsserplatz zeigte einen überhöhten Mittelteil, der durch zwei Balkone noch betont wurde. 1889 benannte Charles Schielé den Gasthof in "Hotel Métropole" um; 1900 wurde der Name zu "Métropole-Monopole" verlängert. Das Architekturbüro von Robert Curjel und Karl Moser verwirklichte 1901 an der neuen Falknerstrasse einen vierachsigen Erweiterungsbau, 1926 und 1941 passten die Architekten Widmer & Calini und Richard Calini das Gebäude den jeweiligen architektonischen Modevorstellungen an. Das bedeutete in erster Linie eine Aufstockung und Vereinheitlichung der Dachform sowie die Entfernung jeglichen Ornaments. Der Hotelbetrieb wurde 1967 eingestellt; das Haus wird seither als Modehaus (Charles Vögele) genutzt. 1992 wurde es im Inneren entkernt und umgebaut.

Quelle: Nagel/Möhle 2006

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