Civitates Orbis Terrarum

Die Autoren

Civitates Orbis Terrarum
Stadtansicht von Basel in Civitates Orbis Terrarum

Georg Braun (1541 - 1622) ein Theologe und Dekan am Stift St. Mariengraden in Köln gab ab 1572 einen Städteatlas mit dem Titel "Civitates Orbis Terrarum" (Städte des Erdkreises) heraus. Auf den ersten Band folgten bis 1618 fünf weitere.

Zu den 546 in Kupfer gestochenen Stadtansichten gehört jeweils ein Bericht über die Geschichte der Stadt und über die topographische Lage. Als Besonderheit sind auf den Karten oft Figuren in der örtlichen Tracht dargestellt. Braun schreibt dazu in der Einleitung, dass dadurch die Türken davon abgehalten werden die Karten (für militärische Zwecke) zu studieren, da diesen verboten sei bildliche Darstellungen von Menschen anzusehen.

Das Kartenmaterial und die Kupferstiche stammten von einer Reihe von Autoren. Die Kupferstiche in den Bänden I-IV wurden grösstenteils von Frans Hogenberg (1535 - 1590) ausgeführt. Nach dessen Tod übernahm Simon van den Neuwel seine Arbeit in den Bänden V und VI. Neben neuem Material wurde auch viele Karten von anderen publizierten und unpublizierten Werken kopiert. So stammen viele Ansichten deutscher Städt aus der Cosmographia (Sebastian Münster) und diejenigen der Schweizer Städte von den Holzstichen der Schweizer Chronik (Johannes Stumpf) von 1548.

Die Civitates Orbis Terrarum war eigentlich gedacht als Ergänzung zum Theatrum Orbis Terrarum (Schauplatz des Erdkreises). Dabei handelte es sich um eine um 1570 von Abraham Ortelius herausgegebene Sammlung von (Land-)karten in einem einheitlichen Stil - der erste Atlas im heutigen Sinn.

Basel in der Civitates Orbis Terrarum

Obwohl die Cosmographia (Sebastianus Münster ab 1544) auch als Quelle für die Civitates diente, ist die Stadtansicht von Basel vermutlich eine Kopie eines Holzstiches der Schweizer Chronik (1548) von Johannes Stumpf.

Der Zeichner hat sich bei dieser Stadtansicht darauf konzentriert die Stadtmauern, die Stadttore, die Kirchen und die Wasserläufe darzustellen. Schon bei diesem Werk hat er sich nicht auf Details eingelassen. So unterscheiden sich z. B. die Kirchen einzig in ihrer Grösse, die Form bleibt immer gleich. Das Steinentor ging vergessen.

Grosse Unsicherheit scheint bei Strassenzügen geherrscht zu haben. Selbst wichtige Plätze wie der Marktplatz oder der Barfüsserplatz sind kaum zu erkennen. Die Freie Strasse sollte eigentlich eine Verbindung vom Aeschentor zum Marktplatz bilden, scheint hier aber auf dem Münsterplatz zu enden.

Die Stadtansicht ist derjenigen in der Cosmographia von der Genauigkeit her weit unterlegen, obwohl sie 38 Jahre später veröffentlicht wurde. Die Gründe dafür sind darin zu suchen, dass vermutlich veraltetes Material kopiert wurde. Die Stadtansicht der Cosmographia wurde hingegen von einem Basler erstellt und in Basel veröffentlicht.

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