Vierlindenbrunnen

Vierlindenbrunnen
Ansicht des Vierlindenbrunnens, auch Steinenbrunnen genannt, um 1880.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 2-79-1
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Dem "underthanigen hochtrungenlichen Pitten und flechen der gehorsamen Burger und der ganzen Nachburschafft an der Hinderen Steinen" entsprechend, erwies der Rat 1758 "gnädige Willfahr", indem er das Bauamt beauftragte, "diesen Sodbrunnen, der bey der so genanten Linden gegraben werden könte, auf eine anständige Art machen zu lassen". Die Bedachung auf vier Säulen erfüllte zwei Zwecke: Erstens schützte sie den Sod vor Wind und Wetter und zweitens konnte darin die Kübelaufzugsvorrichtung solide angebracht werden. Schon 100 Jahre später bestand für den eigenartigen barocken Brunnen mit der "auf 4 Säulen getragenen steinernen Kuppel" die ernsthafte Gefahr der Beseitigung. Da er aber einen nicht "unschönen Anblick" gewährte, verzichtete man glücklicherweise auf einen Abbruch und restaurierte ihn stattdessen. Von 1845 bis 1901 funktionierte der Vierlindenbrunnen als so genannter Doppelbrunnen. Das heisst, auf der linken Seite wurde er mit Sodwasser gespiesen - wie es der Pumphebel auf dem Bild zeigt -, während der rechtsseitige Ausguss laufendes Wasser spendete. Mittels einer Steinplatte wurde 1901 der Sod aus hygienischen Gründen endgültig dicht gemacht. Anlässlich dieser erneuten Restauration bemühten sich die Behörden auch um eine Verschönerung der Umgebung am Eingang zur "Thorsteinen". Weil indessen "nur solche Bäume entfernt werden dürfen, welche unzweifelhaft abgestorben sind", bedurfte es eines Beschlusses des Regierungsrates, um "die beiden unschönen Linden zu entfernen und vier junge Linden zu pflanzen".

Hier handelt es sich um den letzten eigentlichen Sodbrunnen Basels. Bereits 1869 war im Verwaltungsbericht darauf aufmerksam gemacht worden, dass dieser bedeutsame Brunnen für die Nachwelt erhalten bleiben soll. Noch heute ist dieser Brunnen das Original von 1758, was eine Besonderheit darstellt. Denn die meisten alten Brunnen wurden ins Historische Museum abgegeben und durch Kopien ersetzt.

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