St. Jakobsdenkmal

St. Jakobsdenkmal
Das erste St. Jakobsdenkmal an der St. Jakobs-Strasse vor 1872. Im Hintergrund das Aeschentor. Aquarell von J.J. Schneider.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, BILD Schn. 83
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Bis 1805 stand auf einer kleinen Anhöhe an der Strassengabelung der Landstrassen nach St. Jakob und Münchenstein die im 15. Jahrhundert errichteten St. Katharinakapelle. An ihrer Stelle trat das von Marquand Wocher entworfene neugotische Denkmal der Schlacht von St. Jakob (1444). Mit seiner Einweihung 1824 wurde die Tradition des eigentlichen St. Jakobsfestes begründet; vorher war die Bürgerschaft zum Gedenken an die 1'300 gefallenen Eidgenossen lediglich im Frühjahr zum alten Zollhaus am St. Albanteich und führte sich gebackene Nasen (Chondrostoma nasus) zu Gemüte, zusammen mit am Scherkessel gedeihendem "Schweizerblut".

St. Jakobsdenkmal
Das alte Denkmal und die Entwürfe für das neue von Schlöth, Docer, Böcklin.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, NEG 6154
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Bereits nach wenigen Jahren war das 12 Meter hohe, schlanke Monument schadhaft und bedurfte immer wieder kleinerer und grösserer Reparaturen. Im Herbst 1859 wurde eine Kommission gebildet, die eine Konkurrenz für ein neues Denkmal ausschrieb; auch Jacob Burckhardt wat Mitglied dieser Gruppe. Die Entwürfe von Ferdinand Schlöth, Ernst Stückelberger und Arnold Böcklin wurden aus den zahlreichen Einsendungen ausgewählt und öffentlich gezeigt. Ausgeführt wurde aber keiner. Schlussendlich erhielt Schlöth den Auftrag für ein neues Modell; dieser durfte Fr. 80'000,- nicht übersteigen. Als im Sommer 1871 "unser wackerer Schlöth mit seiner 365 Zentner schweren Helvetia und deren Gefährten schon seit Wochen in unserer Stadt" weilte, da "schwimmt nun, gleichsam zur Verherrlichung der Sauregurkezeit, als modernste Seeschlange wieder die Platzfrage auf die Oberfläche des Tagesgesprächs". Die Öffentlichkeit war in ihrer Meinung gespalten: die einen meinten, das aus carrarischem Marmor geschaffene Monument solle auf den Münsterplatz oder auf das Schlachtfeld zu stehen kommen, die anderen plädierten für die Elisabethenschanze, die St. Albanschanze und für den Wolf. Doch entschied man sich dann doch für den alten Ort...

Die Einweihung des neuen St. Jakobsdenkmals erfolgte am 26. August 1872 in Anwesenheit der Bundesräte Paul Cérésole und Melchior Knüsel: "Möge es eine Mahnung zur Dankbarkeit und opferfreudigen Vaterlandsliebe!"

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