Wettsteinhäuschen vor dem Riehentor

Wettsteinhäuschen
Das Wettsteinhäuschen lag ursprünglich ausserhalb der Stadtmauern, sehr nahe dem Riehentor.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 8-49-2
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Im Oberen Kleinbasel, an der Ecke Claragraben und Riehenstrasse, steht das älteste Wochenendhaus der Stadt, das so genannte Wettsteinhäuschen. Zwar ist sein Zustand nicht mehr der beste, dennoch ist es ein Basler Kleinod. Es lag einst, wie viele andere Rebgütlein bis zur Stadterweiterung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, vor den Toren der Stadt, in einem ausgedehnten Rebgelände und diente seinen Bewohnern als Hort der Musse und Erholung. Es ist eines jener vornehmlich auf kleinem Grundriss in die Höhe gebauten Häuschen, die im Erdgeschoss genügend Platz für landwirtschaftliche Gerätschaften enthielten und im Obergeschoss eine wohnliche Stube für gemütliche Stunden aufwiesen. Was es aber von anderen Basler Rebhäuschen deutlich unterschied, war sein gemauertes rundes Treppentürmchen, das auf besondere Wohlhabenheit seiner Erbauer schliessen lässt. Ob diese wirklich der Familie Wettstein angehörten, ist nicht eindeutig überliefert. Auch die Überlieferung, die Stadt habe den aus dem Jahre 1571 datierten kleinen Landsitz Bürgermeister Johann Rudolf Wettstein für dessen hervorragende staatsmännische Verdienste in Vorbereitung des Westfälischen Friedens 1648 zum Geschenk gemacht, findet keine aktenmässige Bestätigung. Trotzdem trägt das kleine Gütlein den Namen Wettsteinhäuschen.

Wettsteinhäuschen
Aquarell von J.J. Schneider.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 8-49-4
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Auf den ausgedehnten Feldern vor der Stadt gab es vor dem Niederriss der Mauern einige solcher Rebgüter. Wie diese ist auch das Wettsteinhäuschen ein Fachwerkbau, das auf einem gemauerten Untergeschoss ruht. Sein Grundriss ist beinahe quadratisch mit einer Seitenlänge von 5 Metern. (...)

Als zu Anfang der 1890er Jahre das Wettsteinhäuschen in den Besitz des Staates überging, bewarb sich die Basler Künstlergesellschaft mit Erfolg um die Miete des restaurierten "poetischen Bauwerks" und benützte dieses in der Folge für ihre Bedürfnisse bis zum Bezug der neuen Räumlichkeiten in der Kunsthalle anno 1898. Der neuen Bestimmung als begehrtes "Künstlerlokal" blieb das Wettsteinhäuschen bis in die Neuzeit verhaftet, fühlte sich doch nach dem Bildhauer und Medailleur Hans Fri namentlich auch Bildhauer Alexander Zschokke vom "altertümlichen Charakter des Gebäudes" angezogen.