Haus zum Sonnenfroh

Die Liegenschaft "zum Sonnenfroh" macht sich auf dem Löffelplan als winzige Liegenschaft aus, die sich gegen die Stützmauer der St. Martinskirche drückt.

Von der Schifflände her kommend, wird der Rheinsprung durch einige Fachwerkhäuser mit auskragenden Obergeschossen begleitet. Diese kleinen, vermutlich gleichzeitig um 1436/1438 errichteten Gebäude lehnen rückwärtig an die hohe und teilweise zinnenbewehrte Stützmauer des Kirchgartens vor dem Chor der Martinskirche. Ihre Seitenwände werden von den Strebepfeilern dieser ehemals frei stehenden Wand gebildet.

Sonnenfroh 1933
Das Haus zum Sonnenfroh aus einer ungewöhnlichen Perspektive (Umbau Spillmann 1932/33. Schön zu sehen ist, dass das Fachwerk noch nicht freigelegt worden ist).
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 8-14-1
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

In den Häusern wohnten Handwerker und städtische Bedienstete; wegen der Hanglage hatten sie oft unter der durch die Stützmauer sickernden Feuchtigkeit zu leiden. 1905 sollten die Gebäude, welche die Anforderungen an Hygiene, Raumhöhe, Luft und Sonne nicht erfüllten, vom Staat erworben und abgebrochen werden. Als Auftakt zum Weg auf den Münsterplatz geniesst die Häuserzeile aber nicht nur historischen, sondern auch touristischen Wert.

Sonnenfroh 1943
Das Haus zum Sonnenfroh im renovierten Zustand, um 1943.
Bild: © Staatsarchiv Basel-Stadt, AL 45, 8-14-2
Quelle: Staatsarchiv Basel-Stadt

Die Kirchgemeinde St. Martin verlieh im Jahr 1436 dem cultellifaber (Schreibmesserschmied) Peter Sonnenfroh das Haus, das dieser selbst neu erbaut hatte. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts blieb es nahezu ununterbrochen im Besitz seiner Berufsgenossen. 1942 wurde das Fachwerk der Fassaden freigelegt und zum grossen Teil repariert und ergänzt. Ein erneuter Umbau im Jahr 1983 versuchte, erhaltene historische Substanz im Inneren zu konservieren und zur Geltung zu bringen.

Auf schmalem Grundriss erhebt sich das Haus mit dreieinhalb Stockwerken; das erste und zweite Obergeschoss kragen nach vorne aus, während das zweite und das dritte, sehr niedrige Obergeschoss zusammen eine Einheit bildet: die beiden obersten Stockwerke bilden seit 1981 einen hohen Raum. Es könnte sich bei diesem Aufbau um eine nachträgliche Aufstockung des 17./18. Jahrhunderts handeln; das Fachwerk unterscheidet sich von dem des ersten Stockwerks durch die regelmässige Achseneinteilung.